Ryzor - Myblog.de
Gratis bloggen bei
myblog.de

 Abonnieren RSS-Feed    
 design by Ryzor
Ich glaube

Ich dachte immer, wenn man alleine ist, geht es einem gut. Niemand der Ansprüche an dich stellt, dich in Ruhe lässt und dir Platz für deine eigene Meinung, sowie eigene Entscheidungen gibt.

Doch kann das alleine sein auch manchmal beängstigend wirken, vor allem, wenn ein großer Wandel in unserem Leben bevorsteht.

Sei es der Führerschein, eine neue Schule oder eine neue Stadt.

Ich habe mich als Kind immer davor gefürchtet, dass ich bei einer Verabredung mit einem Freund oder einer Freundin am falschen Ort sein würde, oder derjenige nicht kommt. Damals sagte ich mir immer, es sei nur Unsicherheit und das ich mich doch nicht so anstellen solle. Doch letztlich war es nur der Ausdruck dafür, dass ich nicht alleine sein wollte.

Ich habe also immer mit flauem Bauchgefühl an dem Treffpunkt gewartet und gehofft, niemals enttäuscht zu werden. In dieser Hinsicht wurde ich nie enttäuscht.

Doch was ist, wenn man selbst der Grund für eine Enttäuschung ist? Was ist, wenn man sich etwas vorzuwerfen hat, dass man lieber nicht möchte. Wie verhält man sich? Was sagt man? Wie kann man es vor sich selbst rechtfertigen?

Man muss Fehler begehen, um welche vermeiden zu können. Gut, im Augenblick des Geschehens denkt man über so etwas nicht nach, man betrachtet es im Moment nicht als Fehler, doch schnell kommt der Augenblick, an dem uns klar wird, dass wir was falsches begangen haben.

Kann man einen solchen Fehler je gut machen?

Einige Leute würden nie zugeben, einen Fehler gemacht zu haben. Und das tut mir für jene Leid. An sich selbst zu wachsen, an seinen Entscheidungen, an seinem Umfeld stärker zu werden ist das Leben. Nicht mehr und nicht weniger. Es gibt keinen großen Sinn dahinter, nur, was man aus sich machen möchte. Wer man sein will und wer man ist, das ist der Sinn für mich.

Man muss bereuen und verzeihen – Schuld und Sühne, würde ich es nennen.

Man selbst muss die Fehler fühlen, es wirklich bereuen und hoffen, dass einem verziehen wird. Letztlich wird keinem verziehen, leider neigt jeder dazu, zu verzeihen, aber nie zu vergessen. Altes kommt hoch und wird einem vorgeworfen.

Doch letztlich ist entscheidend, wie man selbst damit umgeht. Konnte man sich verzeihen, nachdem man eine falsche Entscheidung getroffen hat? Ist die falsche Entscheidung bindend? Kann man sie denn nicht mehr ändern?

Das Leben ist keine Einbahnstraße. Es gibt überall Möglichkeiten anzuhalten und nach dem Weg zu fragen. Doch wer traut sich das denn bitte schon? Der Mittelpunkt des Lebens ist man selbst. Das sollte man weder leugnen, noch verherrlichen.

In Wahrheit träumt doch jeder davon, selbst der Star zu sein, selbst der beste Sportler, selbst das Genie, selbst der Liebende und Geliebte zu sein. Doch ist dies nicht möglich, wenn man niemanden an sich ranlässt, sich vor anderen sperrt und vor allem, nicht bereit ist, Fehler zuzugeben, zu entschuldigen und mit wahrster Demut zu kommen. Jedoch mit der Hoffnung, dass auf einem nicht ewig die Schuld des Begangenen lastet.

Ich selbst würde gerne einige Leute um Verzeihung bitten, einen Brief schreiben, indem steht, wie viel mir mein getanes Leid tut, wie sehr ich mir wünsche, dass durch mich, diese Person keinen Einschnitt im Leben hatte. Das ich nicht der Grund einer tiefen Enttäuschung war.

Doch so ist es und diese Schuld kann ich nie gut machen. Und ich traue mich nicht, dieser Person gegenüber zu stehen und auch je zu wagen, mich zu entschuldigen.

Wieso ist es so schwer, anderen mit Leichtigkeit aufzutreten? Sein Herz offen zu tragen, so dass es nicht heimlich verletzt werden kann. Will nicht jeder, dass er Freunde hat, die ihn ohne Bedingungen lieben? Ist es denn nicht Liebe, nach der wir suchen? Selbst wenn wir es vehement ablehnen und dementieren. Ist denn nicht die Geschichte geprägt von Liebe? Selbst die dunkelsten Seiten der Geschichte sprühen diese Leidenschaft aus.

Ich liebe, also bin ich …

Ich lebe, also bin ich …

Ich fühle, also bin ich …

Drei Tage in denen ich mir über einiges klar werden konnte. Ich dachte, dass diese drei Tage, in denen ich alleine war, befreiend sein würden, dass ich meine Ruhe hätte und doch kommen so viele Gedanken, die ich schon lange verdrängt habe, in meinen Kopf.

Ich liebe meine Eltern, meine Geschwister und meine Freunde, aber ich habe zu viel Angst, es zu sagen, denn ich könnte zu emotional, zu schwach sein, wenn ich es sage.

Ich habe Gewissensbisse, denn eine gute Freundin von damals, hat durch mich eine harte Zeit durchgemacht. Ich behandle andere Leute manchmal unfair, bin hinterhältig und es tut mir Leid. Aber ich habe nicht den Mut, es ihnen zu sagen.

Ich habe Angst, dass ich immer allein sein werde, selbst mit meiner Familie. Es ist schön, wenn sie anrufen und fragen, ob alles in Ordnung ist. Jemand, der da ist und weiß, dass man existiert. Aber, es ist meine Familie, es gehört sich so – oder sollte es.

Ich will mich verändern, ein neues Leben, in einer neuen Stadt, jedoch mit dem Alten Leben in meinem Rücken, das mich stärkt.

Offenheit, Ehrlichkeit, Aufrichtigkeit, Treue und Freundschaft will ich bieten und hoffe, sie zu empfangen. Ich will nicht hinter einer Fassade stecken, warten, dass jemand kommt und sie mit einem Vorschlaghammer aufbricht. Denn, wenn ich nicht bereit bin, die Fassade zu überwinden, wird niemand kommen, um mich zu retten.

Ich hoffe, dass ich jemals den Mut finde, mich bei alten Freunden zu entschuldigen, auch wenn mir nie verziehen wird.

Jeder hat schon Fehler begangen und bereut, doch letztendlich kommt es darauf an, sie zu akzeptieren und sie in sich aufzunehmen, um dann einem besseren Leben entgegenblicken zu können.

7.9.08 01:11
 


Werbung


bisher 0 Kommentar(e)     TrackBack-URL

Name:
Email:
Website:
E-Mail bei weiteren Kommentaren
Informationen speichern (Cookie)



 Smileys einfügen