Ryzor - Myblog.de
Gratis bloggen bei
myblog.de

 Abonnieren RSS-Feed    
 design by Ryzor
Literatur/Kritik

"Lieber Roger,

mein Brief an euch ist nicht allein des Schreibens
wegen, sondern drückt meine Sorge zu euch
aus. Die Welt ist von Briefen umzingelt; Federkiele
spießen Menschen auf – die Erde ist
getränkt von blauer Tinte und rotem Blut. Der
Beginn der neuen Zeit wird mit der Farbe lila
gesegnet. Die Schrift und die Literatur haben uns
den Krieg angesagt – irdische Armeen, Denker,
Forscher und selbst Kritiker haben dem nichts mehr
entgegen zu setzten. Sie allein sind nun
die neuen Herrscher.
Lasst uns Hoff---"

Tjo ... da seid ihr baff? Höhö *hüstel* Scherz beiseite.

Erstmal: Das ist von mir und war lediglich in einer Phase von Langeweile entstanden.

Zur kurzen Erklärung:

In Englisch mussten wir immer Briefe schreiben, dann hieß es immer "Dear Roger." Naja ... und der Rest ist eigentlich aus sich  selbst heraus verständlich.

Gründe fürs Schreiben? Gründe fürs Bloggen?!

Ich glaube, mittlerweile weiß jeder, der sich ein bisschen mit der Thematik beschäftigt, dass Literaturkritik ein beliebtes Thema ist. Vor allem bei sogenannten Geisteswissenschaftlern.

Das Problem bei Literaturkritik ist wahrscheinlich das, dass es am aussterben ist. Im eigentlichen Sinne ist die Definition für Literaturkritik: "informierend, interpretierend und wertend". Darunter versteht man dann auch, dass bestimmte Güter, die kritisiert werden, neutral behandelt werden.

Die Funktionen der Literaturkritik umfassen, im groben aufgelistet, den Überblick über Neuerscheinungen, eine Auswahl rezensionswürdiger Literatur - durch explizite Wertung, als Entscheidungshilfe. Ferner hat sie eine didaktisch-vermittelnde Funktion für das Publikum, sprich, es wird Wissen und Fähigkeit vermuttelt, die zum Verstehen der Literatur notwendig sind.

Die didaktisch-santkionierende Funktion weißt auf Schwächen hin, um die Qualität der zukünftigen Produkte zu verbessern. Bei der reflexiobs- und kommunikationsstimulierende Funktion werden Stellungsnahmen gefördert, sowie Diskussionen über Literatur. Zum Schluss gibt es dann noch die Unterhaltungsfunktion, die dem Lesevergnügen dient.

Soviel zur Theorie der Funktion. Warum aber nenne ich jetzt Literaturkritik, wenn es doch um die Literatur allgemein geht? Nunja, Bücher und Beiträge richten sich nach dem aktuellen Literaturmarkt. Wird momentan Verschwörungsgeschichte präferiert, so wird man sich hüten, ein Buch zu veröffentlichen, dass so gar nichts damit zu tun hat.

Weiter geht es damit, dass zur heutigen Zeit keine ernsthafte Literaturkritik mehr betrieben wird. Marcel-Reich Ranicki - dessen Name bestimmt kaum einer kennt - war ein angesehener Literaturkritiker und ist es heute noch.

Nach dem zweiten Weltkrieg und deren Folgen lud Hans Werner Richter regelmäßig von 1947 bis 1967 ein, um über erschienene Werke zu diskutieren und zu urteilen. Der Name dieser Vereinigung war "Gruppe 47". Mitglieder waren, zur damaligen Zeit, hoch angesehene Schriftsteller. Jeder, der was auf sich hielt, war Mitglied. Für weitere Informationen: http://de.wikipedia.org/wiki/Gruppe_47

Nach dem zweiten Weltkrieg, versuchte diese Gruppe auch, die Literatur wieder weg von dieser national-verherrlichenden Literatur zu ziehen. Hat auch ganz gut geklappt.

Jedoch wurden diese Themen im Laufe der Zeit wieder unwichtig und Profit und Rentabilität werden mehr gefördert, als es notwendig ist.

Bücher werden nur noch nach den Kundenmeinungen verkauft, Literaturkritik hat nicht mehr ihre ursprüngliche Funktion, sondern wird benutz, um Kunden das Buch durchaus schmackhaft zu machen. Sie werden quasi dazu gedrängt, ein Buch zu kaufen.

Einem nach dem anderem werden Bücher geschrieben, sei es Hohlbein, der ganze Abhandlungen schreiben zu scheint, ehe er Geld sagen kann. Oder diese Trivialliteratur, bei denen sich jeder X-Beliebige hinsetzten kann und gebeten wird - von Verlagen!! - ein Buch zu schreiben, über Dr. Maik, der immer alleine ist und durch die neue Krankenschwester ein Betthäschen findet.

Auch soll, laut Daniel Kehlmann, die Literaturkritik hinter den Stand gefallen sein, der schon zu Lessings Zeiten an der Tagesordnung war.

Das Problem liegt aber nicht nur bei dem Markt. Es liegt auch oft daran, dass das Lesen nicht mehr als notwendig betrachtet wird. Lesen ist langweilig und wäre nicht förderlich für die Bildung, denken einige.

Laut einer Umfrage hören viele Jugendliche lieber Musik, gehen einkaufen oder daddeln im Internet, anstatt ein Buch zu lesen. Dadurch wird der Druck auf dem Markt natürlich härter.

Dann ist es natürlich schade, wenn ein gutes Buch untergeht, nur weil es nicht von Dan Brown oder von Stephen King ist. Da diese Namen sich verkaufen und ein anderer, wie vielleicht Dan Simmons, Anne Bishop, Michael A. Stackpole, Jennifer Fallon und weitere nicht so beachtet werden.

Lest mehr Bücher :P

Viel Spaß noch, Ryzor!

15.7.08 22:47
 


Werbung


bisher 0 Kommentar(e)     TrackBack-URL

Name:
Email:
Website:
E-Mail bei weiteren Kommentaren
Informationen speichern (Cookie)



 Smileys einfügen